Der Papa wird’s schon richten.

So lautet der Refrain eines Liedes von Gerhard Bronner aus den 1950er Jahren. In diesem bitterbösen Lied wird die fadisierte, überhebliche Jugend aufs Korn genommen, die damit prahlt, dass der reiche und prominente Papa jeglichen Unfug und angestellten Schaden ausbügelt.

„Der Papa wird’s schon richten“ klingt ja wie die positive Eigenschaft eines Vaters, der seine Kinder immer wieder aus einer Notlage befreit. An dieser Stelle gehört es sich, sprachlich für eine Gleichberechtigung der Geschlechter zu sorgen, gibt es doch auch viele Mamas, die es für ihre Kinder richten. Die Frage ist aber, ob diese positiv klingende Eigenschaft auch gut ist für das Wohl des Kindes?

Um die Frage zu beantworten, wollen wir einen Blick in die Bibel werfen. Ganz konkret ins Johannes-Evangelium, Kapitel 3. Jesus führt da ein nächtliches Gespräch mit Nikodemus, einem führenden Mann unter den Juden. Und da sagt Jesus: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ Hier kommt auch das Wort „richten“ vor, und ich möchte es jetzt in der Bedeutung von „reparieren / wieder gut machen“ sehen (lieber Theologe, verzeih mir). Jesus ist demnach nicht gekommen mit dem Anspruch: „Der Papa wird’s schon richten“, sondern der Anspruch lautet „retten“.

Beim „Retten“ wird nichts vertuscht und niemand genötigt oder bedroht, um das eigene Kind unschuldig dastehen zu lassen. Diese Vorgehensweise ist recht anschaulich in dem Lied von Gerhard Bronner beschrieben. Das Retten bedeutet: die Hand zu reichen, zu ermutigen Fehler einzugestehen, Schaden wieder gut zu machen und neu anzufangen.

Wenn’s der Papa oder die Mama für mich richtet, dann lerne ich nur Eines daraus: Ich kann machen was ich will, meine Eltern bügeln es schon aus. Das beginnt manchmal schon dort, wo die Mama die Hausübung fürs Kind macht oder der Papa der lieben Tochter die zu Hause vergessenen Hefte in die Schule nachführt.

Wenn mich meine Eltern die Konsequenzen meines Tuns erleben lassen, mich aber weiterhin gern haben, dann bedeutet das Rettung für mich. Ich kann etwas aus meinen Fehlern lernen und werde eine starke Persönlichkeit.

Gott ist der perfekte Pädagoge, von ihm können wir uns was abschauen – eine echte Kraftquelle.

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