Fehler in der Schöpfung?

Konrad Adenauer soll einmal gesagt haben: „Ist es nicht schrecklich, dass der menschlichen Klugheit so enge Grenzen gesetzt sind und der menschlichen Dummheit überhaupt keine?“

Ist das ein Fehler in Gottes Schöpfung, dass wir so begrenzt sind in unserem Erkennen, aber sehr begabt darin, Dummheiten zu machen.

Du bist im Teil 6 über die 7 Gaben des Hl. Geistes – diesmal geht es um die Gabe der Erkenntnis (Wissenschaft).

Die Gabe der Wissenschaft schenkt dem Menschen ein Innewerden und Kennen von allem Geschaffenen. Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das Gott mit einer Geistseele geschaffen hat. Diese geistige Kraft im kleinen Geschöpf Mensch hat eine Höhe, Weite und Tiefe für unendlich viele Erkenntnisse. Darum hat der Mensch einen unendlichen Wissensdurst und Erkenntnishunger.

Der Mensch ist ständig am Lernen, von Kindheit über Jugend bis ins hohe Alter versucht er den unermesslichen Raum des Geistes mit Wissen voll und satt zu bekommen. Je mehr Wissen und Können, desto weniger Platz ist für die Angst, die wir Menschen spüren, wenn wir etwas Unbekanntem begegnen. So kann diese Gabe der Wissenschaft dem Menschen helfen, nach dem Schöpfungsplan Krone der Schöpfung zu werden.

Im Blick auf den tatsächlichen Zustand müssen wir aber traurig feststellen, was Konrad Adenauer formuliert hat (siehe oben). Die Geistesgabe der Wissenschaft ist also auch Medizin für den menschlichen Geist. Es ist die richtige Nahrung für Wissensdurst und Erkenntnishunger.

Die Wissenschaft, die hier gemeint ist, ist nicht zum Eigennutzen da und/oder, dass man damit reich wird. Es geht um das Erkennen der Schöpfung und damit verbunden um das Wissen, was zu tun ist um der Schöpfung zu dienen.

Bei Pater Kentenich konnte man diese Gabe der Wissenschaft so beobachten: Zeit seines Lebens erlebte er einen starken Wahrheitstrieb in sich, alles Gehörte und Wahrgenommene aufzunehmen und als immer verfügbares Wissen in seinem Geist zu haben. Dass es bei ihm die göttliche Gabe der Wissenschaft war, zeigte sich in der geistigen Durchdringung. Wie mit Röntgenaugen durchschaute er alles Wissen bis „in letzte Wurzeln“, ob er göttliche Schöpfungsgedanken darin finde. So konnte er bei dem kirchlichen Vorwurf, seine Pädagogik sei Einschleusung der Psychoanalyse (die damals kirchlich als Atheismus gefürchtet war), mit eindeutiger überzeugender Klarheit darlegen, dass seine Pädagogik auf das eigene genaue Beobachten der Menschen gründet und dem Suchen nach den göttlichen Gedanken in den einzelnen Persönlichkeiten. So konnte die Geistesgabe der Wissenschaft heilend und heiligend in die Geister unendlich Vieler hineinwirken.

Wir beten heute um die Gabe der Wissenschaft und nutzen dazu die Worte, die Paulus an die Epheser geschrieben hat:
„Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.“ (Eph1, 17-19)

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