„I hob zwoar ka ohnung wo i hinfoahr, aber dafür bin i gschwinder duat“

Diese Textstelle aus dem Lied von Helmut Qualtinger „Der Halbwilde“ (1957 entstanden), beschreibt recht gut die Situation vieler Leute in der heutigen Zeit. Vor allen diejenigen, denen in der Kindheit jeder Wunsch sofort erfüllt wurde, konnten nie lernen zu unterscheiden, was für sie richtig und wichtig ist. Da ist es wirklich oft wichtiger gschwinder duat zu sein (z.B.: wenn das neueste I-Phone gerade zum 1. Mal verkauft wird), als zu wissen, wofür eigentlich.

Du bist im Teil 4 über die 7 Gaben des Hl. Geistes – diesmal geht es um die Gabe des Rates.

Die Gabe des Rates schenkt uns Teilhabe an den Plänen der göttlichen Vorsehung. Sie ist also in erster Linie weniger eine Befähigung zu einer Beratertätigkeit, als eine Antwort Gottes auf uns, wenn wir nicht wissen, was zu tun oder zu lassen ist. Das kann in einer völligen Hilflosigkeit sein, wenn wir überhaupt keine Wege für uns sehen, wie wir sein und leben und handeln sollen. Es kann auch die Hilflosigkeit sein angesichts unzähliger Handlungs- und Entscheidungs-Möglichkeiten  den Überblick zu verlieren.

Mit der Geistesgabe des Rates gibt uns Gott den Blick, was in seinen Augen gut und was für mich und mein Leben und meine Tätigkeit richtig ist.

Pater Kentenich gibt von sich das Zeugnis: „Was vor Gott gilt, ist für mich in allen Dingen Wertmaßstab. Alles andere ist für mich Eitelkeit und Plunder.“

Ein Mann hatte einen Gesprächstermin bei Pater Kentenich, um Antworten auf Fragen zu bekommen, die ihn beschäftigten und wo er nicht so genau wusste, was zu tun ist. Der Mann erwartete, dass er von Kentenich so eine Art von Patentrezept bekommen würde, wo er dann handlungsfähig wäre. Am Anfang war er enttäuscht, dass Kentenich sich nicht mit Detailproblemen festnageln ließ, sondern ihm nur etwas über seine Art und seine Talente sagte. Aber nach einiger Zeit bemerkte der Mann, dass das Bedrückende seiner Unschlüssigkeit weniger wurde. Pater Kentenich verabschiedete ihn dann ohne auch nur eines von seinen Problemen voll angesprochen zu haben. Trotzdem merkte der Mann nach dem Gespräch, dass ihm auf einmal Klärungen in den Kopf kamen und er handlungsfähig geworden war, als wäre es von Anfang sein eigenes Wissen und Können gewesen. Der Geist des Rates in Pater Kentenich wirkte in der Persönlichkeit des Besuchers, klärte und ordnete seine Seelenkräfte und machte einsichtig, was der Vorsehungsplan Gottes an Kräften zur Lösung aktueller Situationen grundgelegt hatte und jetzt aktivierte.

Durch die Gabe des Rates wird mein Herz erleuchtet und I hob dann die ohnung wo I hinfoahrn soll und dass es nicht notwendig ist gschwinder duat zu sein.

Wir wollen also heute um die Gabe des Rates beten:

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. / Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.
Ich habe den Herrn beständig vor Augen. / Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. (Ps 16, 7-8)

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