Wenn Gott uns a Rutschn legt – Rutschn 2

Im letzten Beitrag ging es um die Freudenrutschn.

Aber da gibt es noch die andere Art von Rutschn: die Fehlerrutschn. Als Mensch hat man keine Chance ohne Fehler durchs Leben zu gehen. Da sind die einfachen Fehler, wie zum Beispiel: ich bin zu hektisch und werfe das Glas hinunter. Jetzt ist der Boden nass und das Glas kaputt. Das lässt sich leicht mit Wischtuch und Staubsauger beheben. Schwieriger wird es dann, wenn ich jemand anderen verletze: Ich bin ungeduldig und schnauze meine Frau an. Oder: Dass mein Nachbar das Unkraut so ungehemmt sprießen lässt, das stinkt mich schon lange an. Jetzt sage ich ihm gehörig die Meinung.

Wieso sind Fehler eine Rutschn, die uns Gott legt? Weil ich nach jedem Fehler die Möglichkeit zur Versöhnung habe, entweder zur Versöhnung mit mir selbst oder mit demjenigen, den ich verletzt habe, oder zur Versöhnung mit Gott. Versöhnung ist ein Akt der Liebe. Daher bringt sie mich näher zu Gott, eine echte Rutschn also.

Versöhnung ist für Gott ganz besonders wichtig. Deshalb gibt es in der katholischen Kirche (und nur da) das Sakrament der Versöhnung, die Beichte. Die Beichte ist die effektivste Rutschn zu Gott. Da kann ich mit allem kommen, was ich falsch gemacht habe, und Gott sagt zu mir (durch den Priester): „Es ist wieder gut.“

Die Beichte ist die vorzüglichste Seelenhygiene, und gratis ist sie auch noch. Es ist eigentlich schade, dass so wenige dieses Angebot nutzen. Aber diejenigen, die es regelmäßig nutzen, fühlen sich einfach besser. Beichten befreit. Alle 4 Wochen stellen wir den Mistkübel vor die Tür, und der Mist wird entleert. Mit dem Seelenmist können wir es genauso machen. Wir können ihn bei der Beichte entsorgen.

Leider kann man auch diese Rutschn leicht übersehen: Was hab ich schon schreckliches getan, was ich beichten müsste? Oder: Das tun ja andere auch so! Papst Franziskus sagt dazu: „Vergessen Sie das nie. Wenn ich nicht beichten gehe, weil ich nicht weiß, was ich dem Priester sagen soll, dann läuft etwas schief. Weil uns nämlich das innere Licht fehlt, um das Wirken des bösen Geistes, der uns schadet, zu entdecken.“

Wir haben immer die Möglichkeit das innere Licht wieder einzuschalten, und ehrlich wahrzunehmen: „Da habe ich etwas falsch gemacht“. Und dann: Versöhnung, mit den Mitmenschen durch ein „um Vergebung bitten“ und mit Gott in der Beichte. So können wir diese besondere Rutschn Gottes zu unserem Wohl nutzen.

Wenn Gott uns a Rutschn legt, dann sollten wir rutschen.

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