Zufriedenheit.

Warum reden wir eigentlich so gerne über Missstände, Probleme, Ärgernisse? Wenn dieses Reden wirklich etwas bewirken würde, dann hätten wir ja bereits das Paradies auf Erden, und wir müssten uns ein neues Gesprächsthema suchen. Dass die paradiesischen Zustände noch nicht erreicht sind, kann zweierlei bedeuten: entweder wurde noch zu wenig geschimpft und genörgelt, oder dieses negative Reden bringt einfach nichts. Im Moment sind wir offenbar noch überzeugt von der „Schimpfen-und-Nörgeln-wirkt“-Theorie. In den Momenten, wo mich negative Gespräche in eine schlechte Stimmung versetzen, habe ich immer öfter das Gefühl: dieses Reden bewirkt nichts, es ist höchstens eine seelische Umweltverschmutzung.

Negatives Reden erzeugt negative Emotionen. Das ist eine erwiesene Tatsache. Mit der Zufriedenheit ist es wie mit einer Weinbergschnecke. Sie verschwindet sofort in ihrem Haus, wenn sie negative Schwingungen spürt. Wir Menschen brauchen diese Zufriedenheit genauso notwendig, wie Essen und Trinken. Und so wie wir uns nicht mutwillig die Suppe versalzen, sollten wir uns auch nicht vorsätzlich durch eine Überdosis an Schimpferei und Nörgelei die Stimmung verhauen, schon gar nicht beim Essen.

Zufriedenheit gibt es nicht für Geld zu kaufen, und die besten Politiker und Priester dieser Welt können sie uns nicht beschaffen. Zufriedenheit gibt es für Arme und Reiche, aber nicht als Zustand, sondern als Haltung. Ob ich ein zufriedener Mensch bin, oder nicht, das kann ich selbst entscheiden, jeden Tag neu. Die Währung, mit der ich mir Zufriedenheit „erkaufen“ kann, ist Dankbarkeit.

Natürlich ist das mit der Zufriedenheit nicht so leicht zu erreichen, wie es sich hier liest, aber warum nicht damit beginnen?  Eventuell indem ich in einer Schimpf-Runde die Frage stelle: „„Glaubt ihr, dass wir diese Probleme hier lösen können?“

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